Kulturinteressierte Bürger kritisieren OB Nimptsch

Mit Unverständnis reagierte der Bonner Kulturkreis auf den jüngsten
Vorschlag von Oberbürgermeister Nimptsch mit der Bundestagswahl eine
Direktabstimmung über den städtischen Kulturhaushalt durchzuführen.

In einer Stellungnahme des Sprecherkreises des Zusammenschlusses heisst
es: „Statt seinem Amt gerecht zu werden und in der Stadt den sachlichen
Dialog zu fördern, spielt der Oberbürgermeister gegeneinander aus, was
zusammengehört: Kultur und Sport, weil es dabei um die Zukunft der
Jugend geht und das, was das Leben über materielle Fragen hinaus
lebenswert macht. Kommunale Kultureinrichtungen und freie
Kulturszene, weil sie einander brauchen und sich wechselseitig
befruchten. Wir bedauern es sehr, dass der Oberbürgermeister immer
wieder den Eindruck einer großen Kulturferne vermittelt und laden ihn
zum Dialog ein.“

Dem Bonner Kulturkreis gehören 50 Bonner Kulturvereine an, die über
25.000 Bürger vertreten. Der Oberbürgermeister hatte vorgeschlagen,
bei der Bundestagswahl darüber entscheiden zu lassen, bei bei Oper und
Schauspiel vier Millionen gekürzt werden soll, um dem Sport und der
freien Kulturszene jeweils eine Million Euro zukommen zu lassen und
zwei Millionen für den Schuldenabbau einzusetzen. In der Stellungnahme
des Kulturkreises heisst es dazu: “ Der OB-Vorschlag zeigt, dass bei
solchen plebiszitären Abstimmungen das Ergebnis von dem bestimmt wird,
der die Frage formuliert. Man könnte nämlich auch fragen: Soll die
Stadt auf jeden zweiten Verkehrskreisel verzichten und stattdessen die
Zuschüsse für die Jugendarbeit in Kultur und Sport verdoppeln ? Wenn
der Oberbürgermeister über das Teilen predigt wie in der Kreuzkirche
sollte er als Verwaltungschef ausserdem im eigenen Bereich mit guten
Beispiel vorangehen. So sind die Mittel für der städtische
Personalmanagement höher als die Ausgaben für die Musikschule oder die
Bereitstellung von Sportanlagen. Alleine die mangels Beteiligung
gescheiterte Online-Bürgerbefragung „Bonn packts an“ hat den Bonner
Steuerzahler über eine halbe Million Euro gekostet. Wir sind als
kulturinteressierte Bürger auch in unserem Feld zum Sparen bereit,
wenden uns aber vehement gegen eine Sonderopfer Kultur wie es der
Oberbürgermeister offenbar für sinnvoll hält.“

Für den Sprecherkreis des KULTURKREIS BONN:
Elisabeth Einecke-Klövekorn (Theatergemeinde Bonn), Ulrich Schlottmann (Freunde des Kunstmuseums), Marlies Schmidtmann (Bürger für Beethoven)

Die Liste der Mitglieder des Bonner Kulturkreises kann eingesehen
werden unter http://www.kulturkreis-bonn.de

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